„Sechs Punkte aus drei Spielen sind gut – doch wir wollen mehr“

7 Fragen an… Albert Gubler.
Vor knapp einer Woche hat der Stürmer mit zwei Toren seinen Beitrag zum 6:3-Sieg der 1. Mannschaft gegen den FC Morava geleistet. Nach langer Verletzungspause ist der 23-Jährige auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke – und eine grosse Hoffnung im SCZ-Angriff. Im Interview blickt er zurück auf den durchzogenen Saisonstart, „erklärt“ den neuen Eis-Trainer Werner Kienle – und kündigt an, im nächsten Jahr werde das Zolliker Grümpelturnier von Bernern erobert.

 

Mit Albert  Gubler sprach Dennis Bühler

Albi, du hast im letzten Spiel gegen den FC Morava erstmals seit langer Zeit wieder ein Tor erzielt – und hast dann gleich zwei Mal getroffen. Wie war es für dich, nach einer langen Verletzungspause endlich wieder jubeln zu können?

Nach der langen Verletzungspause macht mir Fussball jetzt so viel Spass wie noch nie zuvor. Dass es gleich so früh wieder mit dem Toreschiessen geklappt hat, war befreiend und gut fürs Selbstvertrauen.

Der Sieg gegen den FC Morava war sehr wichtig, denn der Saisonbeginn verlief mit der Cupniederlage, dem knappen Sieg gegen Meilen und der klaren Niederlage gegen Egg nicht wunschgemäss. Wie bist du bis anhin mit der Leistung der Mannschaft zufrieden?

Sechs Punkte aus drei Spielen sind ein guter Anfang, aber wir haben als Mannschaft sehr hohe Ansprüche. Das merkt man immer wieder. Wir geben uns nicht mit mittelmässigen Leistungen zufrieden und wollen auch in dieser Saison noch besser spielen als wir es bisher gezeigt haben.

Du hast im Interview vor der Saison gesagt, du würdest auf „eine möglichst attraktive und offensive Spielweise“ deines Teams hoffen. Ein 6:3-Sieg deutet auf Spektakel hin, in der Offensive wie in der Defensive. Innerhalb einer Woche trefft ihr nun nach Meilen und Morava mit Unterstrass und Fällanden auf zwei weitere Aufsteiger. Worin müsst ihr euch verbessern, damit ihr euch an der Tabellenspitze festsetzen könnt?

Die ganze Mannschaft muss wieder ein wenig schneller umschalten und unsere Defensive besser unterstützen. Wir haben die letzten zwei Spiele mehr Tore erhalten als wir uns gewöhnt sind. Zudem fehlt uns nach einigen enttäuschenden Ergebnissen in der Vorbereitung und gegen Egg ein wenig die Spielfreude, um in der Offensive unberechenbarer und flexibler zu sein. Doch insgesamt sind wir nach den sechs Toren am vergangenen Donnerstag wieder auf einem guten Weg. Nun gilt es, auch auswärts zu punkten.

Seit Anfang August trainiert Werner Kienle als Assistent von Alain Merkli die 1. Mannschaft. Du kennst Werner so gut wie kein anderer deiner Mitspieler, da du im vergangenen Jahr mit ihm zusammen die D-Junioren betreut hast und nun ebenfalls gemeinsam die C-Junioren trainierst. Was macht Werner als Trainer aus?

Werner ist bis in die Haarspitzen motiviert und gibt immer vollen Einsatz, sei das in der Vorbereitung des Trainings oder während des Spiels. Zudem gibt er sich nicht mit Niederlagen oder schlechten Leistungen zufrieden und ist sehr ehrgeizig. Dies spürt man sowohl als Co-Trainer als auch als Spieler und das treibt einen auch an.

Ist es speziell für dich, dienstags und donnerstags zuerst mit Werner gemeinsam die Juniorentrainings zu leiten, und dann ab Beginn der Einheiten des Fanionteams plötzlich seine Direktiven entgegennehmen zu müssen?

Nein, für mich ist die Umstellung keine grosse Sache. Bis 20 Uhr konzentriere ich mich voll darauf, die Junioren zu trainieren. Danach freue ich mich darauf, selbst zu spielen und etwas Neues zu lernen.

Du bist vor dreieinhalb Jahren als erster Berner zum SC Zollikon gekommen. Nun spielen mit Kaspar Burger, Nicolas Girod, Michael Hugentobler, Dario Leumann und dir fünf Berner in der 1. Mannschaft und nochmals etwa gleich viele in der 3. Mannschaft. Hört das denn nie auf?

Ich kann dich beruhigen, mittlerweile spielen wohl die meisten Berner, die wir kennen, auch beim SCZ. Wir kennen zwar noch einige gute Berner Fussballer in der Zürcher Umgebung, aber die werden ihren Bezug zum SCZ wohl auf die jährlichen Grümpis beschränken. Dank der grossen Präsenz in den Aktivmannschaften erhoffen wir uns am nächsten Grümpi mit unserem Berner Team „Schlicher“ ein besseres Abschneiden als dieses Jahr, als ich als Torwart zwei- oder dreimal danebengriff und unser Ausscheiden in der Gruppenphase verursachte. Im Sturm bin ich deutlich besser aufgehoben.

Ausser Nicolas Girod hat sich bisher keiner von euch fünf Bernern zum unumstrittenen Stammspieler in der 1. Mannschaft gemausert. Daher die Frage: Ist er der mit Abstand Beste von euch – oder hat er auf seiner Position einfach am wenigsten Konkurrenz?

Nicolas ist sicherlich der mit Abstand beste Innenverteidiger von uns allen. Er hat sich seinen Stammplatz durch seine sehr guten Leistungen in den letzten zwei Jahren mehr als verdient. Bei uns vieren fehlt ja nicht viel, um zur regelmässigen Startformation zu gehören. Ich würde mich natürlich freuen, wenn in dieser Saison einmal vier oder gar fünf Berner gleichzeitig auf dem Feld stehen würden.

 

 

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Steckbrief

* Geburtsdatum: 27.02.1989

* Beruf/Studium: In der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer

* Bevorzugte Spielfeldposition: Sturm

* Lieblingsverein: Arsenal London und Eintracht Frankfurt

* Vorbild (als Spieler): Thierry Henry und Eric Cantona

* Vorbild (als Trainer): Arsène Wenger und José Mourinho

* Der perfekte Spieler… macht seine Mitspieler besser

* Bisherige Vereine: FC Bolligen, PSV Blau-Gelb Frankfurt, TSG Nieder-Erlenbach, FC Bolligen, SCZ

* Trainer seit: Sommer 2010

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: 3.

* Auf diesem Tabellenrang klassieren sich die C-Junioren des SCZ zum Ende dieser Saison: In der oberen Tabellenhälfte

* Da steht der SCZ in fünf Jahren: Mit der ersten Mannschaft in der zweiten Liga, mit allen Juniorenteams hoffentlich mindestens in der Promotion

* Das ist beim SCZ besser als beim FC Bolligen: Die Jugendarbeit

* Das ist beim FC Bolligen besser als beim SCZ: Die Trainingslager

* So würde ein Duell zwischen dem SCZ und dem FC Bolligen enden: 3:2 für den SCZ