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1. Mannschaft: Zollikon verpasst den Befreiungsschlag gegen Herrliberg

Die beiden Drittligisten trennen sich im Seederby 1:1-Unentschieden. Die Zolliker bleiben in Abstiegsgefahr.

Von Dennis Bühler

Wann immer der SC Zollikon und der FC Herrliberg in den letzten Jahren aufeinander trafen, handelte es sich um einen 3.-Liga-Spitzenkampf. Nicht so in der laufenden Spielzeit: Während Herrliberg immerhin um Tabellenrang zwei kämpft, muss sich Zollikon derzeit nach hinten orientieren – wegen der frühjährlichen Aufholjagd des FC Küsnachts geht auf dem Fussballplatz Riet das Abstiegsgespenst um.

Dennoch war Gastgeber Zollikon heute Sonntag von Beginn an die bessere und aktivere Mannschaft. So verpassten die beiden Angreifer Joel Fuchs und Andrea Schärer den Führungstreffer in der Startviertelstunde nur knapp. Auf der anderen Seite vermochte Herrliberg nur mit einem direkt getretenen Freistoss gefährlich zu werden. Auch wenn es den Spielanteilen zu diesem Zeitpunkt nicht entsprach, erzielten die Gäste kurz vor der Halbzeitpause nach einem Eckball das 1:0: Lukas Dangel köpfte eine Hereingabe von Flavio Oertig ein.

Goalie Lichtin verhindert SCZ-Sieg

Nach einer guten Stunde konnte der SCZ reagieren: Joel Fuchs, Kevin Rocha und Andrea Schärer kombinierten sich an der linken Flanke durch, der Schuss des Letzteren prallte zu Valentin Kälin – und der junge Stürmer behielt alleine vor dem Herrliberger Torwart Michael Lichtin die Nerven und schob mit links zum 1:1 ein.

Auch in der Folge blieb der Gastgeber tonangebend: Fünf Minuten nach dem Ausgleichstreffer landete der Ball nach einem Schuss Schärers erst am Pfosten und dann bei Kevin Rocha, der ihn allerdings überhastet über das von Goalie Lichtin verlassene Tor drosch. Die letzte gute Gelegenheit liess Zollikon kurz vor dem Spielende aus: Lichtin parierte einen Kopfball des eingewechselten Jannik von Rickenbach aus kurzer Distanz im Stile eines Handballtorhüters mirakulös.

«Hätten drei Punkte gewinnen müssen»

«Über die gesamten 90 Minuten hatten wir mehr vom Spiel, zudem vergaben wir in der Schlussphase zwei sehr gute Möglichkeiten», bilanzierte Zollikons Trainer Christian Stengele. Und fügte enttäuscht an: «Wir hätten heute drei Punkte gewinnen müssen.»

Ähnlich hatte die Partie sein Gegenüber erlebt. «Angesichts der Tatsache, dass wir aus dem Spiel heraus kein einziges Mal aufs Zolliker Tor schossen, müssen wir mit dem gewonnenen Punkt zufrieden sein», sagte Herrlibergs Trainer Kurt Kobel. Von der Leistung seiner Mannschaft war er an diesem Sonntag wenig angetan. «Wir hatten uns vorgenommen, ein sorgfältiges Aufbauspiel aufzuziehen. Doch das gelang uns auf dem glitschigen und schnellen Zolliker Kunstrasen in keiner Spielphase.»

Man habe während der gesamten 90 Minuten sehen können, dass es bei den Zollikern derzeit um mehr gehe, erinnerte Kobel an deren Tabellensituation und lobte: «Sie waren viel aufsässiger.» Sorgen um den See-Rivalen macht sich Kobel indes keine. «Ich bin erstaunt, dass der SCZ in dieser Saison soweit hinten klassiert ist. Denn seine Qualität ist deutlich höher als jene der anderen Abstiegskandidaten und reicht eigentlich locker für die vordere Tabellenhälfte.»

Showdown gegen den FC Küsnacht

Die Realität freilich sieht momentan anders aus: Mit 17 Punkten aus 16 Spielen liegt der SC Zollikon auf dem 9. Rang der 3.-Liga-Gruppe 6, lediglich fünf Punkte vor dem unter dem Trennstrich klassierten FC Küsnacht. Die Abstiegsgefahr bleibt somit bestehen.

Am kommenden Sonntag kommt es zur wegweisenden Partie: Verliert der SCZ auswärts beim direkten Konkurrenten Küsnacht, stehen ihm bis zum Saisonende einige ungemütliche Wochen bevor; gewinnt er hingegen auf dem Heslibach, dürfte kaum mehr etwas schief gehen.

Kurz-Telegramm

SC Zollikon – FC Herrliberg 1:1 (0:1).

Tore: 38. Dangel 0:1. 63. Kälin 1:1.