Vorrundenbericht 2025
1. Mannschaft

Eine Hinrunde für die Geschichtsbücher

Wintermeisterschaft

Nach lediglich elf Punkten aus zwölf Spielen in der Rückrunde der Saison 2024/2025 wäre es vermessen gewesen, den SCZ Ende November an der Tabellenspitze zu erwarten. Auch ich muss mir eingestehen: dieser Weg war so nicht vorhersehbar. Zwar hatte die Mannschaft bereits in der Vorsaison phasenweise ihr grosses Potenzial angedeutet, doch es fehlte an Konstanz. Entsprechend tauchte der SCZ in den Prognosen der Nötzlis und Fupas dieser Welt kaum auf. Als logische, und durchaus berechtigte Aufstiegsfavoriten galten vielmehr Pfäffikon, Volketswil, Männedorf oder Wetzikon.

Doch im Herbst 2025 präsentierte sich der SCZ gereift. Über weite Strecken agierte das Team abgeklärt, taktisch diszipliniert und mit einer neuen Selbstverständlichkeit. Entscheidender als alles andere war jedoch die Mentalität: eine spürbare Siegermentalität, die sich Woche für Woche auf dem Platz manifestierte. Von September bis Oktober reihte die Mannschaft Sieg an Sieg und setzte sich Schritt für Schritt an der Tabellenspitze fest.

Am Ende der Hinrunde standen 27 Punkte aus 11 Spielen zu Buche – neun Siege, zwei Niederlagen und ein Torverhältnis von 32:17. Damit stellte der SCZ nicht nur den Wintermeister, sondern auch die torgefährlichste Mannschaft der Gruppe. Eine Hinrunde, wie ich sie in meinen 20 Jahren als Mitglied der 1. Mannschaft noch nie erleben durfte. Sie ist das Resultat von Entwicklung, harter Arbeit und aussergewöhnlichem Zusammenhalt. Chapeau – und herzliche Gratulation zu dieser Leistung!

Cupabenteuer

Am Morgen des Chilbisonntags trat der SCZ in der 1. Cuprunde auswärts beim FC Stammheim an. Der Gegner, im Sommer in die 4. Liga abgestiegen, lehnte eine Spielverlegung auf den Samstag ab. Keine idealen Voraussetzungen, wie jeder weiss, der unsere Jungs und die Chilbi Zollikon kennt. Entsprechend trafen einige Spieler verspätet zur Besammlung ein: mit müden Augen, wenig Schlaf und bei Einzelnen wohl noch Spuren eines langen Abends in der Fassbar.

Ein fussballerischer Leckerbissen war diese Partie nicht. Doch der SCZ erfüllte seine Pflicht und zog mit einem souveränen 4:0-Erfolg verdient in die nächste Runde ein. Und wer weiss…? Vielleicht schweisste das gemeinsame Feiern an der Chilbi die Mannschaft stärker zusammen als mancher Sieg.

In der zweiten Runde wartete mit dem FC Volketswil der Cupfinalist der Vorsaison. Nach intensiven 90 Minuten stand es 1:1. Das Elfmeterschiessen musste entscheiden. Bitter aus Sicht des SCZ, da zahlreiche Grosschancen ungenutzt blieben. Doch trotz eines verschossenen ersten Elfmeters bewahrte das Team die Nerven. Dank einer starken Leistung von Goalie und Matchwinner Kerisan Jegatheeswaran setzte sich der SCZ durch und zog in die nächste Runde ein.

Auch in der dritten Runde ging es auswärts weiter. Beim 4.-Liga-Leader FC Russikon, einem Gegner, der von seiner Qualität her eigentlich in die 3. Liga gehört. Bei stürmischem Wind und Regen zeigte das Heimteam einen leidenschaftlichen Auftritt und ging in Führung. Lange sah es nach dem Ausscheiden aus, ehe die Zolliker in der Schlussphase erneut ihre mentale Stärke unter Beweis stellten: die eingewechselten Sebastian Wyss und Leon Kästli drehten die Partie und sorgten für den viel umjubelten Einzug ins Achtelfinale.

Dort wartete mit dem SC Veltheim der souveräne Leader der 2. Liga. Wie so oft in dieser Hinrunde erwischte der SCZ einen Traumstart: Sebastian Wyss traf bereits nach vier Minuten zur Führung, Frick erhöhte in der 55. Minute auf 2:0. Die Sensation lag in der Luft. Doch ein Anschlusstreffer aus dem Nichts brachte die Gäste zurück ins Spiel. Kurz darauf folgte der Ausgleich nach einer Standardsituation. Wenige Minuten vor Schluss zerstörte ein Elfmeterpfiff schliesslich alle Träume vom Überwintern im Cup. Veltheim verwandelte souverän und beendete ein leidenschaftliches, unvergessliches Cupabenteuer des SCZ.

Kader

Nachdem ich in den 2010er-Jahren Teil einer aussergewöhnlichen 1. Mannschaft sein durfte, die sich vor allem durch ihren Teamgeist und den Aufstieg in die 3. Liga auszeichnete, erfüllt es mich mit grosser Freude, heute erneut eine grandiose SCZ-Mannschaft erleben zu dürfen.

Besonders bemerkenswert (und für einen Dorfverein nahezu ein Traum) ist die Tatsache, dass sämtliche Spieler des aktuellen Kaders aus der eigenen Jugend stammen. Diese Mannschaft ist nicht nur sportlich zusammengewachsen, sie ist tief im Verein und in der Gemeinde verankert. Die Jungs engagieren sich weit über den Fussball hinaus: beim Zeitungssammeln, am Clean-Up Day, in der Pfadi, bei Gemeindeanlässen oder sogar in der Kommunalpolitik. Sie organisieren Events wie den Kickoff-Day für Juniorinnen und Junioren, und sind bei praktisch jedem grösseren Anlass in Zollikon präsent. Man kennt sie. Man schätzt sie.

Ein besonderer Dank gilt dem Captain-Team um Leon Kästli, Jason Mäder, Jann Brassel und Jay Bärtschi. Sie haben das Vertrauen erhalten und es eindrücklich zurückgezahlt. Als echte Führungspersönlichkeiten gingen sie voran und zogen alle mit. Auch dank ihnen konnten junge Spieler wie Sebastian Wyss, Laurin Hidber oder Ryan Toth eine so einflussreiche Hinrunde spielen.

Trainerteam

Hinter jeder grossen Mannschaft steht ein starkes Trainerteam. Allen voran Haupttrainer Renato Lionzo. Die in dieser Hinrunde allgegenwärtige Winner-Mentalität trägt klar seine Handschrift. Renato vertraut jedem einzelnen Spieler – und zeigt dieses Vertrauen täglich. Viele kennt er seit deren Juniorenzeit. Es sind „seine Jungs“, und er gibt für sie alles. Unzählige Stunden pro Woche investiert er mit Hingabe, Überzeugung und Leidenschaft. Er ist ohne Zweifel einer der zentralen Bausteine dieser historischen Hinrunde.

Unterstützt wird er von Yves Rämi, der trotz seiner Rolle als Vorstandsmitglied und zweifachem Familienvater Woche für Woche Zeit findet, Trainings zu leiten und an den Spielen präsent zu sein. Sein Engagement steht sinnbildlich für den Zusammenhalt im Verein. Ergänzt wird das Team von Lutz Streitenbürger – einem Mann, der einst in der Bundesliga Gegenspieler kompromisslos weggrätschte und heute mit derselben Leidenschaft, Emotion und Hingabe an der Seitenlinie steht, als wäre es sein erstes Spiel. Seine Erfahrung und Begeisterung sind von unschätzbarem Wert.

Ein grosses Dankeschön gilt auch den Frauen im Staff: Ramona, die insbesondere die Montagstrainings leitete und dafür sorgte, dass die Mannschaft fit und spritzig blieb. Auch ihre Motivationskünste sind Gold wert. Und Carla, die am Tag nach den Spielen müde Beine, Zerrungen und Verspannungen behandelte, damit die Jungs schnell wieder belastbar waren.

Fans

Diese Mannschaft hat es geschafft, die Menschen zurück aufs Riet zu holen. Anfangs waren es nur wenige – die ganz Treuen. Die Hardcore-Fans, die auch am Chilbisonntag nach Stammheim reisten, die in Herrliberg trotz Sturm und Dauerregen dabei waren oder unter der Woche bei gefühlten Minusgraden nach Russikon fuhren.

Einer von ihnen verdient eine besondere Erwähnung: „Carlos“ Müller. Er war immer da. Er fieberte mit, jubelte mit – und fand stets die richtigen Worte. Aufmunternd nach Niederlagen, bestärkend in schwierigen Momenten. Und was sein Engagement so besonders macht: Carlos steht nicht am Spielfeldrand, weil ein Familienmitglied in der 1. Mannschaft spielt. Er steht dort, weil er SCZ-Fan ist. Weil er diese Mannschaft liebt. Carlos, dafür gebührt dir ein riesiges Dankeschön.

Natürlich zieht Erfolg Zuschauer an. Doch hier ist es mehr als das. Es ist Identifikation. Alle Spieler stammen aus der eigenen Jugend und das spürt man. Spieler der 2. und 3. Mannschaft stehen wieder am Spielfeldrand, Junioren erkennen sich in der 1. Mannschaft wieder.

Unvergessen bleibt das Cup-Achtelfinale gegen den SC Veltheim. An diesem Abend sah ich auf dem Riet viele Gesichter, die ich dort lange nicht mehr gesehen hatte. Menschen, die zurückgekommen sind. Menschen, die gespürt haben: Hier entsteht etwas. Langsam, aber stetig gewinnt diese Mannschaft Anhänger – durch Leidenschaft, Identifikation und guten Leistungen.

Dank

Ein erstes grosses Dankeschön geht an den Verein und seine Vorstandsmitglieder. Unter der Federführung von Sportchef Christian Stengele wurde enorm viel investiert und umgesetzt. Dieses Vertrauen ist nicht selbstverständlich – und wir wissen es sehr zu schätzen.

Danke auch an alle ehemaligen Trainerinnen und Trainer dieser Spieler. Ihr habt grossartige Jungs ausgebildet – nicht nur fussballerisch, sondern vor allem menschlich. Für jeden einzelnen von ihnen würde ich meine Hand ins Feuer legen.

Ein riesiges Dankeschön an unsere Fans. An all jene, die jedes Wochenende kommen – wie C-Junior Joris, der sein Sackgeld in ÖV-Tickets investiert, um unsere Auswärtsspiele zu sehen. Euer Support bedeutet uns unglaublich viel.

Danke auch an unsere Gegner dieser Hinrunde. Ja, es gab hitzige Momente – das gehört zum Amateurfussball dazu. Doch insgesamt waren die Spiele fair und respektvoll. Fairplay wurde in unserer Gruppe grossgeschrieben. Auf eine ebenso faire Rückrunde.

Und zuletzt: Danke an euch, Jungs. Es ist mir eine grosse Ehre, Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich verbringe wöchentlich über zehn Stunden mit euch und komme in jedes Training mit viel Freude. Bleibt gesund, bleibt hungrig, gebt Gas und zeigt weiterhin, was in euch steckt.


Tomas