Rückrundenbericht 2026
1. Mannschaft

Mehr als nur Tabellenzweiter

Es gibt Saisons, deren Wert sich nicht an einem Tabellenplatz messen lässt. Als Wintermeister startete der SC Zollikon mit berechtigten Hoffnungen in die entscheidenden Monate der Saison. Nach einer historischen Vorrunde schien vieles möglich. Doch der Fussball schreibt seine eigenen Geschichten und die Rückrunde begann so, wie es sich wohl niemand im Verein vorgestellt hatte. Mit drei Niederlagen in Serie.

Besonders die Niederlagen gegen Rüti und Uster schmerzten. Nicht nur wegen der verlorenen Punkte, sondern weil sie vermeidbar gewesen wären. Ausfälle und Absenzen erschwerten die Situation zusätzlich. Nach wenigen Wochen war der hart erarbeitete Vorsprung dahin und aus dem Gejagten wurde der Jäger. Viele Mannschaften wären an diesem Punkt ins Grübeln geraten. Der SCZ tat das nicht.

Coach Renato Lionzo erinnerte die Mannschaft immer wieder daran, dass die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entschieden würde. Nicht der Blick auf die Tabelle sollte zählen, sondern der Fokus auf das nächste Spiel. Schritt für Schritt. Woche für Woche. Genau diese Haltung sollte die Rückrunde prägen. Nach dem schwierigen Start fand die Mannschaft ihren Rhythmus wieder. Und wie!

Mit jeder Partie gewann sie an Sicherheit. Die Abläufe wurden klarer, das Selbstvertrauen kehrte zurück und die Überzeugung in die eigene Stärke wuchs. Acht Meisterschaftsspiele in Folge gewann der SCZ und meldete sich eindrucksvoll im Aufstiegsrennen zurück.

Trotzdem bleibt ein Spiel besonders in Erinnerung. Am zweiten Spieltag der Rückrunde empfing man zu Hause den FC Pfäffikon. Jener Gegner, der die Saison schliesslich als Aufsteiger beenden sollte. Das Resultat von 0:2 erzählt allerdings nur einen kleinen Teil der Geschichte. Über weite Strecken kontrollierte der SCZ das Spiel, hatte mehr Ballbesitz und trat der stärksten Mannschaft der Liga auf Augenhöhe entgegen. Erst in der 87. Minute brachte ein umstrittener Elfmeter Pfäffikon in Führung. Als die Zolliker in der Nachspielzeit alles nach vorne warfen, sorgte ein Konter für das entscheidende 0:2.

Natürlich tat diese Niederlage weh. Doch sie hinterliess gleichzeitig ein gutes Gefühl. Sie zeigte, dass der SCZ nicht nur mit den Spitzenteams mithalten konnte, sondern sie phasenweise sogar dominierte. Man verliess den Platz nicht mit dem Eindruck, zu wenig gut gewesen zu sein, sondern mit der Überzeugung, dass diese Mannschaft ihren Platz ganz oben verdient hatte. Wie gross die Entwicklung innerhalb einer Saison war, zeigte sich gegen Ende der Rückrunde eindrücklich gegen den FC Wetzikon.

Noch in der Vorrunde war der SCZ beim 0:4 chancenlos geblieben. Im Rückspiel bot sich den Zuschauern ein völlig anderes Bild. Die Zolliker kontrollierten das Geschehen, liessen den Tabellendritten kaum zur Entfaltung kommen und gewannen hochverdient mit 4:1. Es war nicht nur einer der schönsten Siege der Saison, sondern vielleicht auch der sichtbarste Beweis dafür, wie stark sich diese Mannschaft innerhalb weniger Monate entwickelt hatte.

So blieb der Kampf um den Aufstieg bis zum letzten Spieltag offen. Die Ausgangslage war klar: der SCZ musste sein Auswärtsspiel in Hinwil gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe aus Volketswil hoffen. Die Zolliker gingen früh in Führung, kassierten kurz nach der Pause jedoch den Ausgleich. Fast zeitgleich fiel auf dem anderen Platz das 1:0 für Pfäffikon. Von diesem Moment an wurde die Aufgabe fast unmöglich. Der SCZ erledigte seinen Teil trotzdem. Mit einem überzeugenden 4:2-Erfolg verabschiedete sich die Mannschaft aus einer grossartigen Saison. Gleichzeitig brachte Pfäffikon den knappen Vorsprung souverän über die Zeit und sicherte sich den Aufstieg.

Natürlich wäre es schön gewesen, am Ende gemeinsam den Aufstieg zu feiern. Doch erstaunlicherweise überwog nach dem Schlusspfiff nicht die Enttäuschung. Vielleicht, weil jeder wusste, was diese Mannschaft in den vergangenen Monaten geleistet hatte. Vielleicht auch, weil 51 Punkte, 17 Siege und 59 erzielte Tore eine Bilanz sind, auf die jeder im Verein stolz sein darf. Soweit ich mich erinnern kann, spielte der SC Zollikon in der 3. Liga noch nie eine erfolgreichere Saison.

Statt Trübsal zu blasen, traf sich die Mannschaft nach dem letzten Spiel auf dem Riet. Gemeinsam wurde angestossen, über die Saison gesprochen und anschliessend das Spiel unserer 2. Mannschaft verfolgt. Genau dieser Nachmittag beschreibt diese Mannschaft vielleicht besser als jede Statistik. Es wäre einfach, an dieser Stelle einzelne Spieler hervorzuheben. Doch genau das würde dieser Mannschaft nicht gerecht werden. Die grösste Stärke des SCZ war nie ein einzelner Spieler. Es war das Kollektiv.

Alle Spieler stammen aus der eigenen Juniorenabteilung. Unterschiedlicher könnten ihre Charaktere kaum sein und genau das macht diese Mannschaft aus. Auf dem Platz kämpft jeder für den anderen, daneben wird gemeinsam gelacht, gebowlt, Padel gespielt, ein Trainingslager organisiert oder einfach Zeit miteinander verbracht. Diese Verbundenheit entsteht nicht über Nacht. Sie ist über viele Jahre gewachsen und macht diese Mannschaft zu weit mehr als nur zu einem erfolgreichen Fussballteam.

Ein grosses Dankeschön gilt unseren treuen Fans. Die Zuschauerzahlen der Hinrunde oder des Cupabenteuers konnten zwar nicht ganz erreicht werden. Doch einige waren immer da. Zuhause wie auswärts. Gerade in den schwierigeren Momenten der Rückrunde war diese Unterstützung alles andere als selbstverständlich. Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken. Ebenso gilt unser Dank dem gesamten Verein, der uns während der ganzen Saison den Rücken gestärkt hat.

Am Ende bleibt nicht das Gefühl einer verpassten Chance. Es bleibt der Stolz auf eine Mannschaft, die sich nach Rückschlägen nie aufgegeben hat. Eine Mannschaft, die bis zum letzten Spieltag an ihre Chance glaubte. Eine Mannschaft, die den SC Zollikon mit Leidenschaft, Zusammenhalt und grosser Identifikation vertreten hat.

Der Aufstieg ist in dieser Saison knapp ausgeblieben. Doch wenn diese Mannschaft ihren Weg weitergeht, bin ich überzeugt, dass ihre grössten Kapitel noch nicht geschrieben sind. Und eines bleibt unabhängig von jeder Tabelle: ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein.

Zum Schluss möchten wir zwei Personen besonders danken. Yves wird seine Tätigkeit als Assistenztrainer der 1. Mannschaft nach dieser Saison beenden. Über zwei Jahre hat er die Mannschaft mit grossem Engagement begleitet und unzählige Stunden für den SC Zollikon investiert. Dafür möchten wir ihm im Namen der gesamten Mannschaft herzlich danken. Sein Einsatz und seine Unterstützung waren für uns von grossem Wert.

Auch Lutz möchten wir ein grosses Dankeschön aussprechen. Mit seiner Erfahrung, seiner Leidenschaft und seiner Art hat er unsere Mannschaft in den vergangenen Jahren bereichert. Aus gesundheitlichen Gründen wird er in Zukunft wahrscheinlich etwas kürzertreten müssen. Wir wünschen Lutz vor allem gute Gesundheit und freuen uns, ihn auch künftig noch möglichst oft auf dem Riet begrüssen zu dürfen.

Danke, Yves und Lutz, für euren grossartigen Einsatz für unsere Mannschaft und den SC Zollikon.